Dart – Geschichte

Dart – die Geschichte

Dart-Spieler in einem Londoner Pub

Über Entstehung des Dart-Sports gibt es viele Geschichten. Das Wort „Dart“ soll im Ursprung mehr als 5000 Jahre alt sein und im Indo-Europäischen “geschärft, scharf,spitz” bedeuten und sich auf die Steinspitze von Holz-Pfeilen bezogen haben. Noch im Mittelalter kämpften die Franzosen mit kleinen Wurfpfeilen – den Darts. In England diente die französische Kriegs-Waffe zur Freizeitbeschäftigung. Angeblich schenkte Anne Boleyn ihrem späteren Mann und Henker, dem englischen König Heinrich VIII., einen kostbaren Satz dieser Wurf-Pfeile.

Aufzeichnungen aus dem 19. Jahrhundert lassen vermuten, dass England das Mutterland des sportlichen Wettwerfens mit kleinen Pfeilen wurde. Zunächst war es dort aber in der Öffentlichkeit als Glücksspiel verboten.

1896 fertigte der englische Zimmermann Brian Gamlin eine Dartscheibe aus Holz und legte die bis heute geltende Einteilung fest. 1898 lösten die Papierflügel die bis dahin verwendeten Truthahnfedern ab. 1901 erschien im Stationer, Printer & Fancy Trades Register die erste bekannte Anzeige über Dart-Boards. 1902 vermeldete eine Lokalzeitung aus Lancaster erste Spiel-Stände: ein Turnier-Gewinn mit 180 Punkten. 1906 wurde in Yorkshire der bis dahin hölzerne Dart-Körper durch Metall ersetzt. Erst nachdem in einem Gerichtsurteil 1908 höchstrichterlich bestätigt wurde, dass Dart ein Geschicklichkeitsspiel – und eben kein Glücksspiel – ist, begann der Siegeszug als Kneipen-Sport.

Wettkampfregeln wie Mindestabstand zur Scheibe, die Wurflinie (Oche), die Felder-Punkte und Treffer-Folgen wurden festgelegt. Der Sport Steel-Darts entfaltete sich.

Seit Ende de 70er gibt es eine Automaten-Version, das Electronic Dart mit eigene Spiel- und Wettkampfregeln.
Beide Versionen des Darts-Spiels sind bislang – ungeachtet aller Bemühungen – nicht als olympische Disziplin anerkannt. Gemäß den Regularien für Olympia muss eine globale Verbreitung der Sportart (mindestens 50 Länder bei Männern und 35 Länder bei Frauen) verteilt auf mindestens vier Kontinente nachweisbar sein. Auch müssen regelmäßig internationale und nationale Turniere ausgetragen werden.

Geschichte des E-Dart und der Automaten

Durch die Gründung der British Darts Organisation (BDO) 1973 kam es zu einem regelrechten Dartboom in Europa. In den 80er Jahren erblickten im Computer Zeitalter der Vereinigten Staaten die ersten Dart Automaten das Licht der Welt. 1986 brachte die Firma Löwen das Electronic Dart von den USA nach Deutschland. Sie produzierte in den ersten 21 Jahren über 200.000 Dart Automaten.

Das elektronische Dart erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit, so dass derzeit etwa 60.000 DSAB Mitglieder mit 17.000 Liga Mannschaften in 5.000 Liga Lokalen in 1.100 Ligen spielen. Wenn man dies mit der Mitgliederzahl des Deutschen Dart Verbandes (DDV) von etwa 11.000 vergleicht und die kleineren Verbände sowie unabhängige Stadtligen einmal außen vor lässt, so dürfte es in Deutschland gut fünf Mal so viele E- wie Steel-Darter geben.

Turnier-Dart

Im Gegensatz zum Internationalen Olympischen Komitee hat der Deutsche Olympische Sportbund Dart in sein Programm aufgenommen. Die Kriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes hierzu sind:

  1. Vorhandensein einer „sportartbestimmenden motorischen Aktivität“
  2. Es handelt sich um keine „Denk-, Bastell- oder Modellbautätigkeit“
  3. Es erfolgt keine Dressur von Tieren
  4. Es kommen keine technischen Geräte zum Einsatz, die ohne eine „Einbeziehung der Bewegung des Menschen“ auskommen
  5. Chancengleichheit und Fairplay werden gewahrt
  6. Mitgliederzahl von mind. 10.000 aktiven Spielern in mind. 8 von 16 Bundesländern
  7. Befreiung von der Steuer
  8. Aktive Jugendarbeit und Jugendförderung.

Die Scheibe

Die Darts-Scheibe stammt vom Wagenrad ab. Es wurden im England des 12. Jahrhunderts als Ziel beim Bogenschießen genutzt. Den Feldern zwischen den Speichen wurden Werte zugeschrieben. Ein Treffer in der Rad-Mitte, der Rad-Nabe, später “Bull’s Eye” genannt, wurde als das Schwierigste angesehen und erhielt den höchsten Punkt-Wert hatte. Die Steel-Dart-Scheibe besteht aus Sisalfasern. Gelegentlich spricht man auch von Schweineborsten, meint aber damit afrikanische Sisal-Fasern und nicht etwa Schweinehaare.

Die Segmente sind durch ein Netz aus Draht entlang der Segmentgrenzen getrennt. Diese Drahtkonstruktion wird Spinne genannt. Das Darts-Board heute unterteilt sich in 20 Segmente mit der Wertigkeit 1 bis 20, in das grüne Mittelfgeld Single Bull mit 25 und in das rote Bull’s Eye mit 50 Punkten. Treffer in den äußeren Ring (Double) verdoppeln, in den inneren Ring (Triple) verdreifachen den Wert des zugehörigen Feldes.

Der Pfeil

1 – Tip oder Point: Es gibt verschiedene Arten von Points, bestehend aus Kunststoff („Soft“) oder Stahl („Steel“). Steelpoints sollen in der Regel nicht gespitzt, sondern abgerundet sein. Dies verhindert eine allzu schnelle Abnutzung der Boards und die Darts hängen besser und stabiler im Board, was für höhere Scores sorgen kann.

2 – Barrel: Hier unterscheidet man zwischen „Brass“, „Tungsten” und Nickel. Bei Tungsten Barrels wird der Wolfram-Anteil in Prozent angegeben, je höher die Prozentzahl, desto dünner kann der Barrel bei gleichem Gewicht hergestellt werden, was eine engere Gruppierung auf dem Board ermöglicht. Barrels sind in verschiedenen Formen und Gewichten erhältlich.

3 – O-Ring: Der O-Ring ist ein kleiner Gummiring, der auf das Gewinde von Aluminium- und Kohlefaser-Shafts aufgesetzt wird und verhindert, dass sich die Shafts beim Spielen lösen und so die Stabilität des Darts verringern.

4 – Shaft: Shafts existieren in vielen Variationen. Meistverbreitet sind Nylon- oder Aluminium-Shafts, heute auch manchmal Shafts aus Kohlefaser. Wichtig bei der Zusammenstellung ist die Länge des Shafts, erhältlich sind Mini (Thumbnails), x-Short, short, medium und long.

5 – Collar: Collars benutzt man nur mit Nylon-Shafts. Es gibt 3 verschiedene Arten, der Zweck ist allerdings immer der gleiche, Collars sollen das Ende des Nylon-Shafts zusammendrücken und somit den Flight fest mit dem Shaft verbinden. Der Collar verhindert ebenfalls die Beschädigung des Shafts, wenn ein nachfolgender Dart hinten aufschlägt.

6 – Flight: Der letzte Bestandteil des Darts ist der Flight. Flights werden in erster Linie aus Polyester oder Nylon angeboten. Das Entscheidende beim Flight ist dessen Form. Standard-Flights werden von den meisten Spielern benutzt. Kite-Flights kommen den Standards näher als Slim-Flights, obwohl sie eine kleinere Fläche haben. Je fester oder dicker die Flights sind, umso besser wird seine Flugbahn. Der Dart gerät nicht so schnell ins Trudeln und außerdem bieten solche Flights eine längere Lebensdauer. Am haltbarsten sind Stoff-Flights, diese sind jedoch nur mit Nylon Shafts zu empfehlen.

7 – Protector: Der Protector wird auf das Ende des Flights aufgesetzt, um diesen vor den nachfolgenden Darts zu schützen. Je näher man die Darts aufeinander wirft, desto öfter kommt es vor, dass man den folgenden Dart auf den erstgeworfenen wirft und somit Flight und im Fall von Aluminium auch den Shaft ruiniert. Durch den Protector prallt der Dart ab und landet in der Regel trotzdem im Board, ohne größeren Schaden zu hinterlassen. (wiki)